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Traditionspflege im ländlichen Japan der Gegenwart: Wege zum Glück?

Das Ziel dieses Forschungsprojekts ist es, die Korrelation von Traditionspflege und Glück im ländlichen Raum sowohl auf individueller als auch kollektiver Ebene zu analysieren. Der in diesem Projekt verwendete Traditionsbegriff definiert sich durch Fluidität und Dynamik – Tradition als Instrument der Neudefinierung denn als statische Struktur. „Glück“ soll hier im Sinne Veenhovens als „allgemeine Freude am Leben insgesamt“ verstanden werden, also sowohl affektive als auch kognitive Elemente umfassen. Im Rahmen bisheriger Feldforschung im ländlichen Raum verwiesen Mitglieder von Traditionspflegegruppen implizit oder explizit darauf, wie glücklich sie sich schätzten, Traditionen zu praktizieren und weiterzugeben. Diese Beziehung zwischen Glück und Tradition(spflege) ist bisher allerdings nicht untersucht worden. Insgesamt wurde der Themenkomplex „Glück“ aus verschiedensten Gründen bisher in anthropologischen Studien kaum aufgegriffen. Um die Hypothesen zur Beziehung von Glück und Traditionspflege zu überprüfen, werden überwiegend qualitative Forschungsmethoden (Ethnographie) angewendet, wobei gängige Vorstellungen der Gleichsetzung von „Entwicklung“ im Sinne von materiellem Wohlstand und „Glück“ sowie von kollektivem Handeln in ländlichen Gemeinschaften hinterfragt werden. Das Projekt stellt dabei folgende Schlüsselfragen:

  1. Aus welchen Gründen engagieren sich Individuen in Traditionspflegeverbänden?
  2. Wie perzipieren Mitglieder die Einbettung und Perpetuierung von Traditionen in sozialen Kontexten?
  3. Gibt es Unterschiede zu nichtlokalen Akteuren?
  4. In welchem Ausmaß bringt die Perpetuierung von Traditionen individuellen Mitgliedern Glück?
  5. Welche Elemente von Tradition und ihrer Pflege werden von den involvierten Akteuren mit Glück assoziiert?
  6. Welche Rückschlüsse können auf die Korrelation von Tradition(spflege) und Glück gezogen werden?
  7. Wie wirken sich interne und externe Faktoren auf die Bildung von Glück in Prozessen von Traditionsperpetuierung aus, d. h., welche Aussagen können über die Wechselwirkung von Akteuren und Metastrukturen im Streben nach Glück gemacht werden?

Forschungsprojekte

Mitarbeiter/-innen (DIJ)

Ehemalige Mitarbeiter (DIJ)

Artikel

(2012)
[ Klien, Susanne]
Von heiligen Bäumen, ritueller Trunkenheit und kollektiver Efferveszenz: Das Waldfest von Fuse. In: Fakultät für Ostasienwissenschaften der Ruhr-Universität Bochum (Hg.) Bochumer Jahrbuch zur Ostasienforschung. 35 (2011). S. 179-192 .

Arbeitspapiere

(2010)
Klien, Susanne: Bullfighting in Oki: Source of Comprehensive Subjective Well-Being? Tradition, Social Interaction and Personal ikigai.
Tokyo: Deutsches Institut für Japanstudien / Stiftung D.G.I.A.. 35 S.

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