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Zeitarbeit in Japan aus Sicht der Glücksökonomik

Durch die umfassende Deregulierung von Zeitarbeit in Japan 1999 stieg die Zahl der Zeitarbeiter (hakenshain) in wenigen Jahren rapide auf 1,4 Millionen in 2008 an. Obwohl dieser Anstieg durch die Auswirkungen der Wirtschaftskrise 2009 vorerst abgebremst wurde, ist davon auszugehen, dass sich dieser Trend bei einem Wiedereinsetzen der Konjunktur weiter fortsetzen wird. Da die Zeitarbeitsbranche bereits schon jetzt eine politisch signifikante Größe erreicht hat, stellt sich die Frage, ob und welche wirtschaftspolitischen Maßnahmen zur Regulierung von Zeitarbeit ergriffen werden sollen. Insbesondere im Hinblick auf die seit 2010 von der Regierung geplante Re-Regulierung der Zeitarbeitsbestimmungen stellt sich die Frage, ob protektive Maßnahmen dieser Art grundsätzlich etwas zu der von der DPJ angestrebten „Realisierung einer least unhappy society“ (saishō fukō shakai no jitsugen) beitragen können oder ob das Phänomen der Zeitarbeit nicht vielmehr nur eine symptomatische Erscheinung der tieferliegenden Probleme des japanischen Arbeitsmarktes darstellt.

Das Forschungsprojekt untersucht einerseits im Rahmen eines institutionenökonomischen Ansatzes die makroökonomischen Zusammenhänge zwischen der Deregulierung von Zeitarbeit, der Ausgestaltung der Arbeitslosenversicherung und der Arbeitslosenquote. Es ist davon auszugehen, dass Zeitarbeit Arbeitslosigkeit abbaut, während eine besser ausgestaltete Arbeitslosenversicherung zwar die Anreize zu arbeiten mindert, dafür jedoch die Einkommensunsicherheit der Zeitarbeiter zu einem gewissen Grad kompensieren kann. Weiterhin werden diese Ergebnisse mit der ökonomischen Glücksforschung verbunden. Hierzu wird in einer Vergleichsstudie analysiert, inwiefern sich die Lebenszufriedenheit von Zeitarbeitern, Festangestellten und Arbeitslosen unterscheidet und welche Deter­minanten diesem Unterschied zugrundeliegen. Es wird erwartet, dass Zeitarbeiter nicht so zufrieden sind wie Festangestellte, dass sie jedoch zufriedener sind als Arbeitslose. Durch die Zusammenführung der beiden Ansätze kann dann bewertet werden, welche glücks­öko­no­mischen Effekte die geplante Re-Regulierung von Zeitarbeit impliziert und welche alternativen oder additiven Maßnahmen der Politikgestaltung (wie z.B. eine Erhöhung der Arbeitslosen­versicherung) in Betracht zu ziehen sind.

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