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Sozio-politische Glücksdiskurse im imperialen Japan: Zur historischen Kontextualisierung des japanischen Glücksbegriffes

Konzeptionen von Glück sowie deren Verhandlung im öffentlichen Raum sind kein exklusives Phänomen des späten 20. oder gar des 21. Jahrhunderts. Spätestens seit der Mitte der Meiji-Zeit (1868-1912) lassen sich in Japan Glücksdiskurse beobachten, die politische, soziale und religiöse Aspekte kontrovers thematisieren. Zur Einordnung von Signifikanz, Kontinuitäten und Diskontinuitäten des Gegenwartsdiskurses untersucht dieses Projekt als Teil des DIJ-Forschungsschwerpunktes „Glück und Unglück in Japan: Kontinuitäten und Diskontinuitäten“ den japanischen Glücksbegriff aus historischer Perspektive.

Ziele des Projektes sind es, einerseits die stark gegenwartsbezogene Glücksforschung historisch zu kontextualisieren und andererseits den begriffsgeschichtlichen Wissenskanon zu pluralisieren. Dabei steht ein eher abstrakter Glücksbegriff, definiert als erstrebenswerte Lebensbedingungen (desirable living conditions), im Vordergrund, der sich durch Komplementärbegriffe wie individuelle Freiheit oder soziale Gerechtigkeit konkretisiert. Glück kann in diesem Sinn als Proxy verstanden werden, durch den ein allgemein erstrebenswertes und zustimmungsfähiges Ziel postuliert werden kann (Streben nach Glück), das allerdings tatsächlich für sehr spezifische und keineswegs unumstrittene soziale und politische Agenden wie volksdemokratische und sozialistische Forderungen, die Verbreitung des Christentums oder imperiale Propaganda stand. Diese Nutzung des Glücksbegriffes basiert stark auf Vorstellungen eines politisierten Utilitarismus, der das größtmögliche Glück der größtmöglichen Menge als höchstes soziales und politisches Ziel definiert.

Daneben geht das Projekt aus alltagsgeschichtlicher Perspektive der Frage nach, wie Glück als Ausdruck von Lebensqualität (quality-of-life) und Wohlergehen (well-being) historisch subjektiv definiert und erlebt wurde.

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