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Politik und Internet

Wie verändert das Internet die Produktion und die Vermittlung von Politik in Japan? Ergeben sich zusätzlich zu bestehenden formalisierten und informellen Einflußkanälen neue Kommunikationswege zwischen Bürgern und politischen Akteuren? Wie verändern staatliche und nicht-staatliche Akteure ihr Kommunikationsverhalten? Welche Schlußfolgerungen lassen sich hinsichtlich der politischen Nutzung des Internets in Japan ziehen? Folgt Japan hierbei einem Sonderweg? Oder geht die Entwicklung in Japan einher mit ähnlichen Trends in anderen westlichen Industriegesellschaften? Dies sind die Ausgangsfragen, die die Sozialwissenschaftliche Abteilung des DIJ bei der Bearbeitung ihres derzeitigen Schwerpunktthemas „Politik und Internet in Japan“ leiten. Nach einer Bestandsaufnahme zur Nutzung des Internets durch staatliche Organe und nichtstaatliche Akteure in Japan bearbeiten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Abteilung die Thematik im Rahmen von Fallstudien.

Verena Blechinger (bis Januar 2002 am DIJ) untersuchte die Nutzung des Internets durch japanische Politiker und Parteien. Anhand einer Analyse des Wahlkampfes im Vorfeld der Oberhauswahlen vom Juli 2001 prüfte sie, ob sich das Internet in Japan als Medium zur Wahlkampfführung etabliert hat, welche Medienstrategien japanischer Politiker und Parteien dabei erkennbar wurden und ob diese neue Technologie geeignet erscheint, bislang uninteressierte Wählerschichten zu erschließen und die Kluft zwischen Politikern und Wählern zu verringern. Isa Ducke konzentrierte sich in einer ersten Fallstudie auf die Vermittlung außenpolitischer Inhalte. Anhand des Schulbuchstreits zwischen Japan und Südkorea im Jahr 2001 bearbeitete sie die Frage, wie die einzelnen Streitparteien ihre Position im Netz vertraten und welche Unterschiede sich zwischen Japan und Korea, aber auch zwischen staatlichen und nichtstaatlichen Akteuren feststellen ließen. In einer Anschlussstudie beschäftigt sie sich mit der Nutzung des Internet in unterschiedlichen japanischen Bürgerbewegungen und versucht zu ermitteln, welche Einzelaspekte des Internet sich für die Gruppen als vorteilhaft und lohnend erweisen. Auf der Basis der hierbei gewonnen Erkenntnisse wurden dann eine komparative Studie zur Internetnutzung durch Bürgerbewegungen in Japan, Deutschland und Südkorea sowie eine Reihe von Studien zur Friedensbewegung in Japan und Südkorea durchgeführt.

Mitarbeiter/-innen (DIJ)

Ehemalige Mitarbeiter (DIJ)

Publikationen

(2004)
[ Ducke, Isa] E-Democracy in East Asia? How the Internet Affects Politics and Civil Society in Japan, South Korea, and Taiwan (E-Demokratie in Ostasien? Wie das Internet Politik und Zivilgesellschaft in Japan, Südkorea und Taiwan beeinflußt).
Berlin, Tokyo: Deutsches Institut für Japanstudien. 119 S.

Artikel

(2005)
[ Ducke, Isa; Lee, Eun-jeung]
Netzgestützte politische Partizipation in Japan und Süd-Korea. In: Siedschlag, Alexander (Hg.) Kursbuch Internet und Politik 2004/2005. Politische Öffentlichkeit. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften. S. 121-135.

(2004)
[ Ducke, Isa; Lee, Eun-jeung]
Das Internet – eine Plattform für politische Partizipation in Japan und Korea. Die Diskussion um die Truppenentsendung in den Irak. In: Internationales Asienforum, 35 (2004), No. 3–4. S. 307–326.

(2003)
[ Ducke, Isa]
Kann das Internet Berge versetzen? Transnationale Bürgerbewegungen und neue Medien. In: Ducke, Isa; Saaler, Sven (Hg.) Japan und Korea auf dem Weg in eine gemeinsame Zukunft - Aufgaben und Perspektiven. München: iudicium Verlag. S. 195-214.

(2003)
[ Ducke, Isa]
Activism and the Internet: Japan's 2001 History-Textbook Affair (Aktivismus und Internet in der japanischen Schulbuchaffäre 2001). In: Gottlieb, Nanette; McLelland, Mark (Hg.) Japanese Cybercultures. London: Routledge. S.205-221.

Arbeitspapiere

(2003)
Ducke, Isa: Citizens' Groups in Japan and the Internet (Japanische Bürgerbewegungen und das Internet).   
Tokyo: Deutsches Institut für Japanstudien.

(2002)
Ducke, Isa: Use of the Internet by political actors in the Japanese-Korean Textbook Controversy. Vorgetragen auf der Konferenz Media in Transition 2, Mass. Inst. of Technology, 10.-12. Mai 2002..   


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