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Diversity in Japan: Neue Risiken und Chancen

Dieser interdisziplinär angelegte Schwerpunkt ist Teil des DIJ-Forschungsprogramms „Risiken und Chancen in Japan - Herausforderungen angesichts einer zunehmend ungewisseren Zukunft“. Kern des Forschungsschwerpunkts ist eine multiperspektivische Analyse der zunehmenden Diversität in der japanischen Gegenwartsgesellschaft, insbesondere in Hinblick auf die mit dieser Diversifizierung einhergehenden neuen Risiken und Chancen für Individuen, Institutionen, und verschiedene Interessengruppen. Eine einzigartige Kombination aus Methodik und Theorien verschiedener Fachdisziplinen (Ethik, Psychologie, Wirtschaftswissenschaften und Politikwissenschaft) ermöglicht hierbei eine umfassende Bestandsaufnahme von Diversität und ihren Auswirkungen im japanischen Kontext.

Demographischer Wandel und rapide Globalisierung begünstigen eine zunehmende Vielfalt von Gesellschafts- und Lebensentwürfen, welche in Abhängigkeit von der jeweiligen individuellen Konstellation von den beteiligten Akteuren entweder als willkommene Chance oder als unerwünschtes Risiko interpretiert wird. Unbestritten ist jedoch, dass die damit einhergehenden Veränderungen umfangreiche Anpassungsleistungen erfordern.

Auch in Japan wird dieses Phänomen unter dem Sammelbegriff „Diversity“ (多様性) vielfach diskutiert. Es scheint jedoch in vielerlei Hinsicht noch deutlich umstrittener zu sein als in anderen Ländern, vermutlich auch deshalb, weil in Japan das gesellschaftliche Zusammenleben nach wie vor von einer hohen Kontinuität traditioneller Werte (insb. in Hinblick auf Ethnizität, Beschäftigungsverhältnisse und Familienwerte) geprägt ist. Unter diesem Blickwinkel erscheint Japan – trotz seiner herausragenden Position auf dem Weltmarkt – beinahe als Nachzügler in einer zunehmend internationalisierten (und damit diversifizierten) Welt.

Umfrageergebnisse weisen darauf hin, dass der Mythos von einer (im int. Vergleich) einzigartig homogenen und stabilen „Kerngesellschaft“ in Japan weiterhin dominiert. Dies kann jedoch nicht über die großen sozialen, wirtschaftlichen und politischen Herausforderungen (z.B. Zunahme sozialer Ungleichheit, demographischer Wandel, konfliktbehafteter Außen- und Sicherheitspolitik), denen sich das Land gegenübersieht, hinwegtäuschen. Die damit einhergehenden Prozesse politischen, technologischen, ökonomischen und kulturellen Wandels führen in letzter Konsequenz zu einer größeren Vielfalt von individuellen Lebensstilen, Interessen und Werten, aber auch in einer Diversifizierung von Risiken und Chancen auf individueller und gesamtgesellschaftlicher Ebene.

Eine Gesellschaft, die lernt Diversität zu integrieren anstatt von ihren Mitgliedern Konformität zu fordern, profitiert von einer Vielzahl neuer Blickwinkel, Ideen und Lösungsansätze für die zahlreichen Herausforderungen einer zunehmend komplexen und auf vielen Ebenen vernetzten Welt. Es bleibt jedoch abzuwarten, inwiefern die fest im aktuellen System etablierten gesellschaftlichen, politischen und ökonomischen Akteure in Japan tatsächlich bereit sind, mehr Vielfalt zu akzeptieren oder diese sogar zu fördern.

Innerhalb des Forschungsschwerpunkts entwickeln wir analytische Perspektiven mit einem Fokus auf ethische, psychologische, politische und wirtschaftliche Aspekte wachsender Diversität in Japan, welche die Grundlage für eine Reihe interdisziplinärer Projekte innerhalb des DIJ, sowie einen koordinierten Austausch mit Kooperationspartnern in Japan, Europa und den USA bilden.

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