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Unternehmertum und Erwerbstätigkeit in demographisch alternden Gesellschaften

Dieses Forschungsprojekt geht der Frage nach, wie längere Erwerbstätigkeit über das Renteneintrittsalter hinaus sowohl die Wirtschaft als auch die Arbeitnehmer beeinflusst.

Die Bevölkerung Japans ist so stark gealtert, dass sie gegenwärtig als die älteste Gesellschaft der Welt gilt. Gerontologische Studien zeigen, dass eine erhöhte Lebenserwartung nicht mit einer Verschlechterung körperlicher und geistiger Fähigkeiten verbunden sein muss. Zudem korrelieren eine kontinuierliche Beschäftigung und die persönliche Fitness sowie Lebensqualität im Alter positiv. Ökonomen interpretieren demographischen Wandel – gerade bezogen auf die Wirtschaftsentwicklung – jedoch pessimistisch. So wird für Japan bis zur Mitte des 21. Jahrhunderts ein beträchtlicher Rückgang des Wirtschaftswachstums vorhergesagt, der verbunden ist mit einer schrumpfenden Zahl der Erwerbstätigen.

Das Projekt zielt einerseits auf eine harmonische Integration von gerontologischen Diskursen in ökonomische Diskussionen über Entwicklungsmöglichkeiten einer Volkswirtschaft im demographischen Wandel; andererseits auf das Konstruieren einer Lösungsmöglichkeit für demographisch alternde Gesellschaften. Mit Hilfe von gerontologisch positiven Erkenntnissen über Ältere und Alte ergibt sich die Frage nach den Möglichkeiten längerer Beschäftigung als eine potentiell positive Antwort auf die demographischen Herausforderungen für die Volkswirtschaft, Regionen und Unternehmen. Könnte eine lebenslange Beschäftigung sogar von Gesundheit und Lebenszufriedenheit begleitet sein? Die Bedeutung ganzheitlicher Zufriedenheit, also auf physischer, psychischer und sozialer Ebene, ist in gerontologischen Studien offensichtlich. Gleichzeitig betrachten auch zunehmend Ökonomen soziale, emotionale und spirituelle Komponenten als Faktoren für Lebenszufriedenheit. Zu untersuchen ist, wie sich diese Faktoren in der Arbeitswelt widerspiegeln. Ist Japan bereits eine Gesellschaft, in der sich eine lange Lebensarbeitszeit mit Gesundheit und Lebensqualität verwirklichen ließe?

Das Projekt geht diesen Forschungsfragen anhand von Fallstudien, Interviews und durch Auswertung statistischer Daten nach. Als theoretischer Rahmen dienen unter anderem die Schumpetersche Entwicklungstheorie und weitere ökonomische Evolutionstheorien zur Ergründung von Entwicklungsprozessen und Persönlichkeit.

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