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Die Debatte über Atompolitik nach dem 11. März

Nach dem Super-GAU im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi wird in Japan in nie da gewesenem Ausmaß über Energiepolitik diskutiert. Dabei ist von Interesse, entlang welcher Bahnen diese Debatte verläuft. Meinungsumfragen lassen zwar erkennen, ob die Menschen sich für oder gegen den Atomausstieg aussprechen, doch sie geben keine Auskunft darüber, welche Debatten im Hintergrund dieser Meinungsbildung ablaufen. Wie kann dieser Prozess systematisch erforscht werden?

Dieses Forschungsprojekt untersucht, wie Atompolitik nach dem Großen Ostjapanischen Beben diskutiert wurde. Hierzu wird methodisch auf Text-Mining zurückgegriffen, ein Ansatz, der es ermöglicht, Schlüsselbegriffe aus einer umfangreichen Textmenge herauszufiltern und darzustellen, wie sie zueinander in Korrelation stehen. Das Projekt versucht also herauszufinden, welche Argumente in der Debatte um die Energiepolitik eingesetzt werden.

Gegenstand der Untersuchung sind Artikel der Asahi Shimbun, die den Ausstieg aus der Atomkraft propagiert, sowie der Yomiuri Shimbun, die sich für ihre Beibehaltung ausspricht. Zentrale Frage des Projekts ist, welche Argumente zur Untermauerung der jeweiligen Positionen herangezogen wurden. Erste Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Asahi Shimbun die mangelnde Transparenz der AKW-Betreiber und das Fehlen einer funktionierenden öffentlichen/gesellschaftlichen Überwachung als Demokratiedefizit versteht, während die Yomiuri Shimbun mit „techno-nationalistischen“ Argumenten aufwartet und vor dem Rückzug japanischer Unternehmen aus dem globalen Technikwettbewerb warnt. Bereits jetzt zeigt sich also, dass die Debatte über Fragen der konkreten Energiepolitik hinausgeht und vielmehr die Grundfesten der Gesellschaft berührt. Das Projekt zielt darauf ab, diesen Aspekt des aktuellen Atomdiskurses eingehender zu beleuchten.

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