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Kulturelle Verarbeitungen des Super-GAUs: „Fukushima“-Repräsentationen in Literatur und Populärkultur

Ob Literatur, Manga, Film oder Theater und Performancekunst – nach der Dreifachkatastrophe vom 11. März 2011 widmen sich Kulturschaffende aus zahlreichen Bereichen der breiten Erkundung von katastrophenbedingten Traumata. Innerhalb des rasch wachsenden Korpus einer „popular culture of disaster” sind künstlerische Verhandlungen des nuklearen Super-GAUs von besonderem Interesse für das Projekt.

Art und Ursachen der Katastrophe implizieren, dass jegliche Beschäftigung damit notwendigerweise zu einer politischen wird, doch (inwieweit) ergibt sich daraus auch ein thematischer Fokus auf politische Fragen? Welche Aspekte der Katastrophe sind für die einzelnen künstlerischen Verhandlungen zentral, und welchen Effekt hat das? Macht die geographische Verortung des/der Kulturschaffenden in bzw. außerhalb Fukushimas einen Unterschied, und wie äußert er sich?

Derzeit liegt der Schwerpunkt des Projekts auf Literatur, insbesondere auf den Arbeiten der japankoreanischen Autorin Yū Miri, die eine Zeitlang die Übersiedelung nach Fukushima erwägte, und dem in Fukushima ansässigen Lyriker Wagō Ryōichi, der durch seine über Twitter publizierten Gedichte zum Katastrophenpoeten schlechthin aufstieg. Es wird zu zeigen sein, dass diese auf den ersten Blick sehr unterschiedlichen Autoren nicht nur hinsichtlich der thematischen Schwerpunktsetzungen deutliche Parallelen aufweisen, sondern zudem in demselben theoretischen Rahmen diskutiert werden können. Schlüsselbegriffe der Analyse sind Verlust und Trauer, Vergegenwärtigung der Vergangenheit/ Imagination einer Zukunft sowie literarisch-poetische Heimatkonstruktion.

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