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Zukunftsfähigkeit der japanischen Wirtschaft

 Die japanische Wirtschaft ist in einer Krise. Die negativen Daten sind bedrückend: eine sinkende Industrieproduktion, Tiefstände an den Aktienmärkten, ein schrumpfendes Bruttoinlandsprodukt, anhaltende Konsumschwäche, eine wachsende Arbeitslosigkeit, eine bedrohlich anwachsende öffentliche Verschuldung und eine wieder zunehmende Instabilität des Finanzmarktes. Zusammengenommen entsteht aus diesen Daten das Bild einer japanischen Wirtschaft, die derzeit weit davon entfernt ist, die Konjunkturschwäche, die das Land nach dem Zerplatzen der „bubble economy“ 1990 erfasste, hinter sich zu lassen und wieder auf einen stabilen Wachstumspfad zu gelangen.
Obwohl die Aussage, daß sich Japan derzeit in einer wirtschaftlichen Krise befindet, gerechtfertigt ist, bleibt diese pauschale Feststellung zu undifferenziert. Sie beschreibt die gegenwärtige wirtschaftliche Lage nicht ausreichend genau, da sich hinter dem allgemeinen Trend sehr unterschiedliche Entwicklungen in den verschiedenen Wirtschaftszweigen verbergen. Es gab wohl kein Geschäftsjahr, das gleichermaßen mit Rekorden an Unternehmensgewinnen und -verlusten aufwarten konnte wie das letzte. Während beispielsweise Toyota und NTT DoCoMo beim operativen Gewinn als erste japanische Unternehmen die Grenze von einer Billion Yen durchbrachen, verzeichneten die Traditionsunternehmen NEC (minus 56 Mrd. Yen) und Matsushita (minus 212 Mrd. Yen) die schlechtesten operativen Ergebnisse in ihrer Firmengeschichte.
Wissenschaftler am DIJ wollen zunächst diesen Diskrepanzen nachgehen und herausarbeiten, wie ausgewählte Unternehmen, Branchen und die öffentliche Verwaltung auf die jüngsten Herausforderungen im wirtschaftlichen Umfeld reagieren. Anhand der Themenfelder
-    Änderungen von Strategien
-    Änderung von Organisationsstrukturen und
-    Entstehung neuer Unternehmen sowie
-    Reaktion auf Änderung äußerer Bedingungen (z. B. Standards)
wird herausgearbeitet, welche Schwächen für die japanische Wirtschaft zu konstatieren, aber auch welche Potentiale vorhanden und zu beachten sind. Das Abteilungsprojekt fokussiert bei der Auswahl der Industrien auf Bereiche,
-    in denen japanische Unternehmen zu den weltweit stärksten Wettbewerbern gehören (Automobil, Elektroindustrie/ Elektronik, (Mobil)Telekommunikation), oder
-    in denen der Aufholbedarf der japanischen Seite unübersehbar ist (Biotechnologie, Finanzmarkt, Umweltschutz).
Durch die Konzentration der Analyse auf zwei sehr unterschiedliche Bereiche ist eine ebenso deutliche Aussagekraft der Ergebnisse zu erwarten, die sowohl theoretisch als auch praxisnah aufbereitet werden.
Die Methodik der einzelnen Teilprojekte ergibt sich aus der jeweiligen Fragestellung. Unverzichtbar für das Projekt ist der empirische Ansatz, in dem mit qualitativen und quantitativen Methoden Unternehmen sowie Entscheidungsträger in Wirtschaft und Politik befragt werden sollen.

Mitarbeiter/-innen (DIJ)

Ehemalige Mitarbeiter (DIJ)

Artikel

(2001)
[ Moerke, Andreas]
Erfolg durch Netzwerke? Eine Analyse von Verflechtungen durch Mehrfachmandate in Boards japanischer Aktiengesellschaften. In: Gössmann, Hilaria; Mrugalla, Andreas (Hg.) 11. Deutschsprachiger Japanologentag in Trier 1999. 2 Bde., Bd. 1. Münster, Hamburg, London: LIT-Verlag. S. 433-449.

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