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Monographien aus dem Deutschen Institut für Japanstudien

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Politics, Memory and Public Opinion. The History Textbook Controversy and Japanese Society 

2005, iudicium Verlag, München, 202 S., Hardcover, ISBN 3-89129-849-8, € 28,00. [ Bestellen ]


Abriss

 Dieser Band untersucht die politischen und sozialen Hintergründe der jüngsten Debatte um japanische Geschichtslehrbücher. Ein neuer Schulbuchstreit wurde durch das Erstarken eines konservativen und neonationalistischen Geschichtsrevisionismus seit Mitte der 1990er Jahre ausgelöst, welcher auf eine positive Darstellung der japanischen Vergangenheit abzielt. Die Hintergründe und Träger dieses Geschichtsrevisionismus sowie seine Ziele werden im ersten Abschnitt analysiert. Kapitel 2 verdeutlicht den großen Einfluß dieses Geschichtsrevisionismus auf die japanische Erinnerungskultur im öffentlichen Raum, also auf die Gestaltung von Gedenkstätten, Museen und Zeremonien. Hier dominieren revisionistische Interpretationen der japanischen Geschichte und vor allem der Geschichte des Asiatisch-Pazifischen Krieges (1931-1945), welcher zumeist als Verteidigungskrieg oder als „Asiatischer Befreiungskrieg“ dargestellt wird. Das Vorherrschen des geschichtsrevisionistischen Narrativs im öffentlichen Raum wird vor allem durch die enge Verflechtung der geschichtsrevisionistischen Bewegung mit der konservativen politischen Elite erklärt.
Trotz der Dominanz solcher historischer Interpretationen im öffentlichen Raum scheint der Geschichtsrevisionismus aber keinesfalls repräsentativ für die in der japanischen Gesellschaft vorherrschenden Interpretationen der nationalen Geschichte zu sein. In Kapitel 3 werden Meinungsumfragen, welche Rückschlüsse auf das japanische Geschichtsverständnis zulassen, untersucht. Die Ergebnisse solcher Umfragen lassen darauf schließen, daß der Geschichtsrevisionismus in der japanischen Gesellschaft noch immer kaum Fuß fassen kann, trotz intensiver Werbeaktivität und enger Kooperation mit der Politik. Der explosive Charakter des jüngsten Schulbuchstreits, dessen Fortsetzung bereits vorprogrammiert ist, liegt in ebendiesem Gegensatz zwischen den in Politik und Erinnerungskultur vorherrschenden Ansichten des Geschichtsrevisionismus auf der einen Seite und den historischen Interpretationen in der japanischen Gesellschaft auf der anderen.

Contents:

• Foreword by the Director
• Preface • Introduction
1. Historical Revisionism in Contemporary Japan
• 1.1 The Revival of Historical Revisionism
• 1.2 The Formation of the Tsukuru-kai
• 1.3 The Tsukuru-kai’s Aims and Agenda
• 1.3.1 The Pilot Project: Kokumin no Rekishi
• 1.3.2 The Tsukuru-kai’s “New History Textbook” and “New Civics Textbook”
• 1.4 Textbook Approval and Selection 2000/2001
• 1.5 The Tsukuru-kai and Politics
• 1.5.1 Historical Background: The Debates of the mid-1990s
• 1.5.2 Contemporary Political Debates
2. Historical Revisionism and the Politics of Memory
• 2.1 The Yasukuni Problem
• 2.2 The Historical Narrative of the Yūshūkan
• 2.3 Historical Interpretations Underlying Other Memorials
• 2.3.1 Chidorigafuchi
• 2.3.2 Shōwakan and Heiwa Kinen Tenji Shiryōkan
• 2.3.3 Daitōa Seisen Taihi
• 2.4 The Debate over a New National Memorial to Commemorate the War Dead
• 2.5 Commemoration, the Nation, History and Memory
3. History and Public Opinion
• 3.1 Historical Consciousness
• 3.2 Changes in Views of History within Japanese Society
• 3.3 The Quest for an Historical Consensus in Movies, Novels and Museums
• 3.3.1 Academic History and the Mass Media
• 3.3.2 Historical Novels
• 3.3.3 Memoirs and Autobiography
• 3.3.4 Museums
• Conclusions and Outlook
• References
• Appendix

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