*/ DIJ - Deutsches Institut für Japanstudien
Home

Miscellanea

Info

Altern und Pflegepolitik in Japan 

1997, Deutsches Institut für Japanstudien, Berlin, Tokyo, 113 S., ISBN 3-938257-15-6, nicht mehr lieferbar / 品切.


Abriss

Während die Globalisierung der Wirtschaft die Zukunft der sozialen Sicherungssysteme vieler Industrieländer grundsätzlich in Frage stellt, reift die Pflege alter Menschen wegen der Bevölkerungsalterung gerade in den letzten Jahrzehnten zu einer zunehmend spürbaren Belastung heran. In Japan spricht man in diesem Zusammenhang sogar von der "Pflegehölle" (kaigo jigoku), in die eine Familie gerät, die einen bettlägerigen Angehörigen zu pflegen hat. Das Problem der Pflege droht zu einem Testfall für die verbliebene Gestaltungsfähigkeit der Sozialpolitik zu werden, und deckt „Modernisierungslücken" in den Industrieländern auf mehreren Ebenen auf. Auf der gesamtgesellschaftlichen Ebene legt sie die Grenzen der Finanzierung, der Personalrekrutierung und der Wünschbarkeit "einer immer vollständigeren Durchdringung sozialstaatlicher Existenzsicherung" bloß. Auf der gesellschaftlichen Mikroebene, in den Familien, verschärft sie die „Ambivalenz zwischen der Verhaftung in traditionellen Werten und modernen, individualistischen Zielen", die insbesondere Frauen als die häufigsten Pflegepersonen zu spüren bekommen.

Wie versucht man in Japan mit der Bevölkerungsalterung und den sich daraus ergebenden pflegepolitischen Herausforderungen umzugehen? Wie wirkt sich der gesellschaftliche Wandel in Deutschland und in Japan auf die Pflege in der Familie aus? Parallel zur Abhaltung des Symposiums „Aging and Social Policy - A German-Japanese Comparison" (Universitätsclub Bonn, 27. Oktober 1997) des Deutschen Instituts für Japanstudien (DIJ) in Tōkyō soll mit diesem Band über Aspekte der Pflegeproblematik in Japan informiert und die Diskussion angeregt werden. Im ersten Teil dieses Bandes diskutiert Ralph Lützeler die demographischen, regionalen und haushaltsstrukturellen Besonderheiten der Bevölkerungsalterung in Japan unter besonderer Berücksichtigung ihrer Bedeutung für die Pflege. Im zweiten Teil untersucht Christian Oberländer anhand wichtiger Einflußfaktoren die Entwicklung des Pflegebedarfs und des Angebots an familiärer Pflege und geht abschließend auf die Frage ein, inwieweit die japanische Pflegepolitik adäquat auf den Wandel in der Familienpflege reagiert.

Inhalt


S. 15-53
Alte Menschen und ihre familiäre Situation in Japan: Demographische Entwicklung, ihre Ursachen und Implikationen für eine bedarfsgerechte Pflegepolitik


S. 55-105
Altern und Pflegepolitik in Japan - Zur Pflege älterer Menschen in der Familie

© Copyright 2018 DIJ