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Figuren und Erzählmuster in den Manga von Tezuka Osamu (in German.)

21.01.1999

Susanne Phillipps, Freie Universität Berlin

Abriss

Tezuka Osamu (1928-1989), in Japan als "manga no kamisama" (Gott der japanischen Comics) gefeiert, prägte eine Comic-Erzählform, die Story-Manga, die sich nicht nur im Hinblick auf ihre Länge, sondern auch auf ihre Inhalte und ihre Erzählstruktur von europäischen und amerikanischen Comics unterscheiden.

1947 begann Tezuka mit für Kinder gezeichneten Abenteuer- und Superheldengeschichten. Die bekannteste ist "Tetsuwan Atomu", ein Story-Manga, das aus stets ähnlich aufgebauten Einzelepisoden besteht. In den 60er Jahren nahm Tezuka Elemente aus den gekiga, einer damals neu entstandenen Form von Comics, in seine Manga auf und zeichnete danach für Erwachsene konzipierte Erzählungen mit zahlreichen weitverzweigten Erzählsträngen. Sie sind eher mit Entwicklungsromanen vergleichbar und verlangen eine neue Figurenkonzeption.

Die Gegenüberstellung eines Manga aus seiner frühen Phase ("Tetsuwan Atomu") mit einem seiner späten Phase ("Ranseihen") soll die Wechselwirkung zwischen Manga-Form und Figurengestaltung verdeutlichen: In welchen Konstellationen treiben welche Figuren die Handlung voran? Nachwelchen Mustern können erzählerische Endlosketten gebildet werden? Die Analyse zeigt, daß die verschiedenen Muster unterschiedliche Erzählstrategien fordern und es Bedingungen geben kann, unter denen die Erzählmuster regelrecht zusammenbrechen.

Koordination: Nicola Liscutin

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