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Symposien und Konferenzen

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Deutsches Institut für Japanstudien (Tokyo), Institut für Asienkunde (Hamburg)

Zivilgesellschaftlicher Umweltdialog Deutschland – Japan

07.02.2006

Koordination: Isa Ducke; Iris Wieczorek (IFA)

Abriss

Vortrags- / Panel-Veranstaltung in Tokyo am 7. Februar 2006 im Rahmen des Deutschlandjahres in Japan

 Umweltschutz ist ein Thema, über das sehr viel diskutiert wird. In Japan wird in solchen Diskussionen oft Deutschland erwähnt, meistens als Vorbild oder „Umwelt-Fortschrittsland“. Umgekehrt kann Japan aber auch Denkanstöße für den deutschen Umweltdiskurs bieten.
Im Rahmen des Deutschlandjahres 2005/2006 richtete das DIJ eine Vortrags- und Diskussionsveranstaltung aus, bei der sich Experten aus Wissenschaft und Praxis trafen, um sich über konkrete Maßnahmen von Umwelt-Bürgerbewegungen in beiden Ländern auszutauschen.
Ziel der Diskussionsveranstaltung war es, (1) den Stand des Umweltdiskurses in Deutschland und Japan aufzuzeigen, (2) den Dialog zwischen umweltpolitischen Nichtregierungsorganisationen in beiden Ländern zu fördern, und (3) die japanische Öffentlichkeit mit den deutschen Erfahrungen und Lösungen im Umweltschutz und  diskurs, z. B. im Bereich Nachhaltigkeitserziehung oder Alternative Energien, vertraut zu machen.
Am Vormittag stellten vier ExpertInnen aus Deutschland und Japan die Situation der Umweltbewegung in Deutschland und Japan allgemein und anhand konkreter Beispiele vor. Am Nachmittag leitete ein Vortrag des Schriftstellers Alex Kerr die Paneldiskussion mit weiteren Fachleuten ein. In ständigem Dialog mit dem Publikum diskutierten die Panellisten, was Umweltaktivisten in Deutschland und Japan voneinander lernen könnten. Dabei ging es nicht nur darum, inwiefern sich beide Länder unterscheiden und welche Strategien übertragbar sind, sondern auch um das Potenzial für internationale Zusammenarbeit von BürgerInnen im Umweltschutzbereich.
Ein Kernthema der Diskussion war die Umweltbildung, besonders im Gegensatz zur Umwelterziehung. Dabei betonten deutsche Teilnehmerinnen insbesondere die Notwendigkeit, Motivation zu wecken, anstatt Unentschiedene mit Forderungen nach „besserem“ Verhalten zu verprellen. Wenn diesen dagegen finanzielle oder qualitative Vorteile näher gebracht würden, die sich durch umweltgerechtes Verhalten ergeben, wie Heizkosteneinsparungen oder schmackhafteres Obst, steige auch die Bereitschaft zum Umweltschutz.
Im Gegensatz zu dieser Einschätzung und zum in Japan vorherrschenden Klischee vom vorbildlichen Umweltschutz in Deutschland wurde für Japan eine sehr hohe Motivation konstatiert, zum Umweltschutz beizutragen und dafür auch Unannehmlichkeiten in Kauf zu nehmen. Denkbar ist allerdings, dass diese Motivation sich in den nächsten Jahren abschwächt, woraufhin japanische Umweltorganisationen nach ähnlichen motivationsfördernden Taktiken suchen werden.
Entsprechend betonten die Teilnehmenden auch die Notwendigkeit internationaler Zusammenarbeit in zivilgesellschaftlichen Umweltgruppen. Selbst wenn nicht alle umweltpolitischen Konzepte unmittelbar auf andere Länder oder Kulturkreise übertragbar sind, gibt es offensichtlich ein großes Potenzial für transnationalen Austausch und gemeinsames Vorgehen. Sowohl konkrete Lösungsmöglichkeiten als auch allgemein andere Sichtweisen der anderen Panellisten wurden mit Interesse aufgenommen.
Einig waren sich die Panellisten zudem, dass persönliche Begegnungen und konkrete Erfahrungen in anderen Ländern nicht durch das Anlesen von theoretischem Wissen ersetzbar seien.

Förderung:  Botschaft der Bundesrepublik Deutschland, Tokyo

Programm


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10:15 - 10:30 Begrüßung
10:30 - 11:30 Zwei wissenschaftliche Vorträge zu Umweltschutz und Zivilgesellschaft in Deutschland und Japan
  「日本における環境運動の現状と課題」(Umweltbewegungen in Japan: Gegenwärtige Situation und Aufgaben für die Zukunft)
Isono Yayoi, Tokyo Keizai University

  “Vergleich von Umweltgruppen in Japan und Deutschland“ (vorläufiger Titel)
Iris Wieczorek, Institut für Asienkunde (Hamburg)

11:45 - 13:15 Präsentationen von NGO-VertreterInnen
  Vom Naturschutz zur nachhaltigen Entwicklung - Bürgerengagement in Deutschland gestern und heute Slides
Jürgen Forkel-Schubert (ANU Bundesverband Deutschland e.V. )

  「地域から持続可能な社会を展望する~ドイツと日本の環境首都コンテストから~」(Nachhaltige Gesellschaft aus regionaler Sicht – vom Umwelthauptstadtwettbewerb in Deutschland und Japan)
Sugimoto Ikuo, Kankyō Shimin

  Pause
14:30 - 15:30 Keynote Speech
  Alex Kerr

16:00 - 17:30 Paneldiskussion mit weiteren ExpertInnen
17:30 Schlusswort
 

Veranstaltungsort

The Center for the Advancement of Working Women
(Josei to shigoto no miraikan)
5-35-3 Shiba, Minato-ku, Tokyo 108-0014

Lageplan

Projekte

Berichte

01.03.2006
Forkel-Schubert, Jürgen. Japan auf dem Weg zur Nachhaltigkeit?. ANU-Informationsdienst Umweltbildung Nr.168, S. 21-22.
http://www.umweltbildung.de

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