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Dr. René Haak

( 01.09.1999 - 15.10.2005 )

Wirtschaftswissenschaft

Unternehmungsvernetzung und Internationalisierung

Die Internationalisierung der japanischen Industrie nahm in den 90er Jahren unter den Bedingungen der Globalisierung an Geschwindigkeit zu. Veränderungen der Industrieorganisation, besonders der traditionellen Zulieferer- und Distributionsnetzwerke, waren die Folge. Neue Formen der Unternehmensvernetzung sowohl innerhalb Japans als auch an ausländischen japanischen Produktionsstandorten etablierten sich. Generell läßt sich sagen, daß zukünftige industrielle und dienstleistungsorientierte Produktionssysteme im Zuge der Globalisierung als grenzüberschreitende, organisatorisch zusammenhängende Netze angesehen werden können. Es gilt, sich langfristig von der Vorstellung eines Unternehmens als örtlich zentralisierte, Güter und Dienstleitungen produzierende betriebliche Einheit mit eigener Verwaltung und eigener Forschungs- und Entwicklungsabteilung zu lösen. Die Strukturen des Unternehmens der Zukunft sind mit einem Netzwerk vergleichbar, welches durch eine Vielzahl von Partnern durch Verknüpfung der jeweiligen Stärken und Kernkompetenzen geprägt wird.

Ziel meiner Forschung ist es, theoretische und empirische Untersuchungen zur Unternehmungsvernetzung und Internationalisierung von Unternehmen miteinander zu verknüpfen. Strategische Allianzen, Joint Ventures und strategische Wertschöpfungspartnerschaften rücken, neben anderen Erscheinungsformen von Netzwerken, ins Zentrum der Betrachtung. Bei der theorieorientierten Arbeit handelt es um die Systematisierung und fokussierte Weiterentwicklung ökonomischer, interorganisationaler sowie sozialtheoretisch fundierter Theorien der Unternehmungsvernetzung und Internationalisierung.

Im empirischen Teil meiner Arbeit wird die Genese von Unternehmungsnetzwerken deutscher und japanischer Unternehmen in Japan, Korea und China erforscht, um den praktischen Kenntnisstand über das Management international tätiger Unternehmen zu erweitern. Deutsch-japanische Unternehmenskooperationen in Japan und auf Drittmärkten sind Gegenstand meiner Studien. Voraussetzungen, Erfolgsfaktoren und Probleme der Genese und Gestaltung von Netzwerken sind grundlegende Aspekte der Untersuchungen. Der jeweilige ökonomisch-historische Kontext der Industrieorganisation eines Landes ist für die Analyse des Netzwerkphänomens im internationalen Kontext zentraler Untersuchungsaspekt. Geprüft wird auch, inwiefern durch die Internationalisierung der japanischen Industrieproduktion ein Prozeß der schrittweisen Annäherung in der Unternehmungsvernetzung zwischen Japan und westlichen Industrieländern eingeleitet wurde.

Japanisches Management

Der Erfolg der Japaner auf dem Weltmarkt, zunehmend seit dem Ende der siebziger Jahre, regte vor allem in den USA Wissenschaftler und Manager an, sich intensiv mit den Ursachen des „japanischen Siegeszuges“ zu beschäftigten. Forschungsarbeiten richteten sich auf einzelne Aspekte des japanischen Unternehmens, insbesondere auf sein Managementsystem, aus. Ein erheblicher Anteil des weltweiten wirtschaftlichen Erfolges wurde gerade der besonderen japanischen Unternehmenskultur, in erster Linie dem Managementstil, zugeschrieben. Vergleichende Studien US-amerikanischer und japanischer Managementmethoden prägen seither die Diskussion. Qualitätszirkel, verstärkte Beteiligung von Mitarbeiten an Entscheidungsprozessen, Betonung von Teamgeist und Gruppenarbeit wurden als japanische Charakteristika des Personalmanagements identifiziert. Besonders in der industriellen Produktion Japans betonten Wissenschaftler und Praktiker Gruppenarbeit und Gruppenverantwortlichkeit als entscheidende Erfolgsfaktoren hinsichtlich Kosten und Qualität und unterschieden somit das japanische Produktionsmanagement auch deutlich von anderen westlichen Managementstilen.

Die weltweiten Veränderungen im Umfeld industrieller Produktionssysteme bewirkten auch in Japan die zunehmende Internationalisierung der Industrieproduktion. International ausgerichtete Unternehmen begreifen den Weltmarkt als einzigen, großen Markt mit regionalen Segmenten, dem alle Industrieländer sowie ausgewählte Schwellenländer angehören. Die Frage nach dem Managementstil gewinnt somit im Zuge der weltweiten Ausbreitung japanischer Unternehmen unter den Bedingungen der Globalisierung zunehmend an Gewicht. Wird ein japanisches Unternehmen unter Beibehaltung seiner Managementmethoden international erfolgreich sein oder liegen die Erfolgsfaktoren nicht so sehr im japanischen Stil, als vielmehr in den jeweiligen Aktionsräumen angepaßten oder universell gültigen Managementpraktiken? Unter welchen Bedingungen und wie entwickeln sich japanische Managementmethoden und -praktiken in Produktion und Verwaltung?

Produktionstechnik und Arbeitsorganisation

Technische Innovationen, neue Formen des Human Resource Management (HRM) und Veränderungen der betrieblichen Arbeitsorganisation bedingen einander. An den Nahtstellen zwischen innovativer japanischer Produktionstechnik, Organisation und Personalmanagement konzentriert sich die Forschung auf die produktionswirtschaftliche und wirtschaftswissenschaftliche Untersuchung industrieller und dienstleistungsorientierter Arbeit. Produktionstechnik und Arbeitsorganisation sind vor allem durch technische und wirtschaftliche Wechselwirkungen der Unternehmen mit ihrem gesellschaftlichen Umfeld determiniert. Dementsprechend erstreckt sich meine Forschung über die Entwicklung und Gestaltung innerbetrieblicher Prozesse hinaus auf die unternehmens- und branchenbezogenen fortschrittlichen Entwicklungs- und Kooperationsbedingungen in Netzwerken.

Logistik

In den vergangenen Jahren hat die Logistik eine rasante Entwicklung in der Unternehmenspraxis genommen. Dafür sind vor allem die gravierenden Veränderungen in der Umwelt der Unternehmen verantwortlich. Hierbei sind besonders hervorzuheben die zunehmende Intensität des Unternehmenswettbewerbs im nationalen und internationalen Maßstab sowie die grundlegenden Innovationen auf den Gebieten der Informations- und Kommunikationstechnologie und des Transportwesens. Sie führen zu einer Neuausrichtung der betrieblichen Wertschöpfungssysteme. Konzentration auf Kernkompetenzen, internationale Produktionsnetzwerke, virtuelle Unternehmensverbünde sowie langfristige, kooperative Wertschöpfungssysteme sind Gegenstand meiner Untersuchungen am Deutschen Institut für Japanstudien. Konsequent richtet sich der Blick der Forschung auf die Entwicklung, Gestaltung, Lenkung und industrienahe Realisation effektiver und effizienter Flüsse von Gütern und Informationen in unternehmensweiten und unternehmensübergreifenden systematischen Wertschöpfungssystemen.

Abgeschlossene DIJ Projekte

Publikationen

Bücher

(2004)
Theory and Management of Collective Strategies in International Business: The Impact of Globalization on Japanese-German Business Collaboration in Asia.
Basingstoke, New York: Palgrave. 206 S.
(1997)
Die Entwicklung des deutschen Werkzeugmaschinenbaus in der Zeit von 1930 bis 1960. Berichte aus dem Produktionstechnischen Zentrum Berlin.
Berlin: Frauenhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik (IPK).
(1996)
Wirtschaftsregion im Wandel. 2. Vollständig überarbeitete Neuauflage.
Industrie und Handelskammer Cottbus:
(1996)
[Mit: Ebert, Joachim; Jagodejkin, Ralf] Cottbus: Wirtschaftsregion im Wandel. Industrie und Handelskammer Cottbus.

Herausgeberschaft

Artikel

Rezensionen

Arbeitspapiere

Zeitungsartikel

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