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Ehemalige Mitarbeiter/-innen

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Dr. Jörg Raupach-Sumiya

( 01.07.1999 - 31.12.2000 )

Wirtschaftswissenschaft

- Unternehmensführung / Organisationstheorie

Die intensive Beschäftigung mit dem japanischen Unternehmenssystem hat – neben einer ganzen Reihe von Managementinnovationen - auch besondere institutionenökonomische Aspekte des japanischen Unternehmensmodells und des Systems der Unternehmenskontrolle ans Licht gebracht, die das Managementverhalten, die strategische Ausrichtung und das Wettbewerbsverhalten japanischer Unternehmen geprägt haben. Beispielhaft genannt seien Merkmale des Arbeits- und Kapitalmarktes, das Hausbankensystem, Gruppenverflechtungen oder Zuliefersystem. Seit Beginn der 90er Jahre sehen sich japanische Unternehmen infolge von Rezession, Finanzkrise und Deregulierung einerseits, sowie selbstgemachter Probleme wie Überinvestitionen, ausufernde Personal- und Verwaltungskosten, konglomerater Diversifikation mit der Bedrohung ihrer globalen Wettbewerbsfähigkeit und der Notwendigkeit nachhaltiger Restrukturierung konfrontiert. Ausmaß und gesamtwirtschafliche Auswirkungen dieser Probleme rechtfertigen dabei Parallelen zur Krise des US-amerikanischen Unternehmenssektors zu Beginn der 80er Jahre. Interessant erscheinen in diesem Zusammenhang u.a. 3 Fragenkomplexe: Erstens, es fragt sich angesichts der genannten institutionellen Merkmale des japanischen Unternehmenssystems und Systems der Unternehmenskontrolle mithilfe welcher Anpassungskonzepte und über welche organisatorischen Mechanismen die notwendige Restrukturierung und strategische Neuorientierung erfolgt. Zweitens, inwieweit die institutionellen Grundlagen des japanischen Unternehmensmodells und das System der Unternehmenskontrolle selbst Veränderungen erfahren und  die Ausübung bislang kaum praktizierter Instrumente der Restrukturierung wie LBO’s, Fusionen und Übernahmen ermöglichen.  Drittens, ob es eine Konvergenz der Unternehmenssysteme gibt.

- Kleinere und mittlere Unternehmen / Mittelstand

Der japanische Unternehmenssektor wird dominiert von einer Vielzahl kleinerer und mittlerer Unternehmen (KMU). KMUs haben als Zulieferer industrieller Vorprodukte und Dienstleistungen einen wichtigen Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit der japanischen Industrie geleistet. Auf der anderen Seite gilt die Dominanz von KMUs im Dienstleistungbereich als Ausdruck unterkritischer Unternehmensgrößen und ineffizienter, durch staatliche Regulierung protegierter Branchenstrukturen. Die wirtschaftliche Bedeutung japanischer KMUs und ihre jüngste Entwicklung wirft eine Reihe interessanter und sehr verschiedener Fragenkomplexe auf. Im Vordergrund steht dabei die grundsätzliche Frage nach der Aufrechterhaltung der Eigenständigkeit und Wettbewerbsfähigkeit japanischer KMUs angesichts von Deregulierung, zunehmendem internationalen Wettbewerb und wachsender regionaler Arbeitsteilung. Von entscheidender Bedeutung ist dabei die Fähigkeit der KMUs zur eigenständigen Innovation und Produktentwicklung, die Rekrutierung von qualifizierten Management- und F∓E-Personal, sowie die Internationalisierung von Beschaffung, Produktion und Vertrieb. Von besonderer, auch makro-ökonomischer Bedeutung ist die Frage nach Veränderungen im institutionellen Umfeld zur Stimulierung von Unternehmensneugründungen und zur Sicherung der Unternehmensnachfolge. Politik und Wirtschaft in Japan messen dem Erhalt und der Förderung eines dynamischen, riskobereiten Unternehmertums, wie es für mittelständische Unternehmen charakteristisch ist, eine essentielle Rolle bei der Revitalisierung der japanischen Wirtschaft, zur Aufrechterhaltung der eigenen Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit und zur Forcierung des gesamtwirtschaftlichen Strukturwandels zu. Besondere Handlungsschwerpunkte liegen hierbei in der Schaffung flexibler und liquider Finanzmärkte für Risikokapital, in der Deregulierung von zukunftsträchtigen Branchen, in der Bereitstellung einer offenen Forschungsinfrastruktur sowie in der Reform des Arbeitsmarktes.

Publikationen

Bücher

(1999)
Anpassungsstrategien des japanischen Maschinenbaus unter besonderer Berücksichtigung konjunktureller Zyklen.
Baden-Baden:

Artikel

Rezensionen

Arbeitspapiere

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